Prävalenz, Mortalität und ökonomische Auswirkungen der hepatischen Enzephalopathie bei Leberzirrhose in deutschen Krankenhäusern auf der Basis von DRG-Kostendaten

F. Gundling,M. Rathmayer,L. Koller,G. Kircheis,J. Labenz,Markus M. Lerch,W. Schepp

Published 2018 in Zeitschrift für Gastroenterologie - German Journal of Gastroenterology

ABSTRACT

Einleitung Die hepatische Enzephalopathie (HE) ist eine haufige Komplikation der Leberzirrhose, die fur betroffene Patienten mit vielfaltigen negativen Auswirkungen im Alltag verbunden ist. Die Pravalenz klinisch manifester Stadien wird auf 30–45 % geschatzt. Ungeachtet ihrer klinischen und prognostischen Bedeutung gilt die HE als unterdiagnostiziert. Methoden Ziele der Studie waren neben der systematischen Analyse der Krankenhausletalitat der HE erstmals eine Untersuchung der okonomischen Auswirkungen und der Vergutungssituation einer HE bei Leberzirrhose in Deutschland. Fur die retrospektive Studie standen die anonymisierten Fall- und Kostendaten (§ 21 Abs. 4 KHEntgG) von 74 Krankenhausern des DRG-Projekts der Deutschen Gesellschaft fur Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) aus den Jahren 2011 bis 2015 zur Verfugung. Auserdem wurden diese Ergebnisse mit denen aller deutschen Krankenhauser auf der Basis der Falldaten des Statistischen Bundesamtes (Destatis, Wiesbaden) verglichen. Ergebnisse In den Hausern des DRG-Projekts der DGVS wurden 59 093 Behandlungsfalle mit Leberzirrhose erfasst, bei denen in 14,6 % eine HE kodiert war. Die Krankenhausletalitat von Zirrhose-Patienten mit HE war gegenuber derjenigen von Patienten ohne HE nahezu dreifach erhoht (20,9 versus 7,7 %). Die Zahl der Behandlungsfalle mit Leberzirrhose ebenso wie der Anteil von Patienten mit HE stieg kontinuierlich uber den Erfassungszeitraum an. Im Gegensatz zu Patienten mit Zirrhose allgemein ist die Behandlung von Patienten mit HE nicht kostendeckend (Unterdeckung bis zu 634 € bei HE Grad 4). Diskussion Die Letalitat war bei Patienten mit Zirrhose dreifach erhoht, wenn gleichzeitig eine HE diagnostiziert wurde. In den am DGVS-DRG-Projekt teilnehmenden Hausern wurde die HE um 2 % haufiger erfasst als im Rest der Kalkulationshauser, was entweder in einer hoheren Fallschwere oder in einer besseren Kodierqualitat begrundet ist. Gegenwartig ist die Behandlung der HE bei Zirrhose nicht kostendeckend im DRG-System.

PUBLICATION RECORD

  • Publication year

    2018

  • Venue

    Zeitschrift für Gastroenterologie - German Journal of Gastroenterology

  • Publication date

    2018-08-01

  • Fields of study

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